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Junger Solist im weißen Gewand beim Cant de la Sibil·la zur Christmette in der Kathedrale La Seu in Palma

Kirchenfeste & Traditionen

Cant de la Sibil·la: Der Gesang der Sibylle zur Weihnachtsnacht

Ein junger Solist in weißem Gewand hebt ein Schwert und singt a cappella vom Jüngsten Gericht – seit 2010 UNESCO-Weltkulturerbe.

Seit 2010 UNESCO-Kulturerbe: der Gesang der Sibylle in der Weihnachtsnacht.

Kurz beantwortet

Was ist Cant de la Sibil·la?

Der Cant de la Sibil·la ist ein mittelalterlicher, prophetischer Sologesang, der auf Mallorca in der Nacht des 24. Dezember zur Christmette aufgeführt wird. Ein Kind oder Jugendlicher schreitet in weißem Gewand mit erhobenem Schwert zum Altar und singt unbegleitet über das Jüngste Gericht. Seit 2010 zählt der Brauch zum immateriellen Weltkulturerbe der UNESCO.

FixterminDezember

Quick Facts

Wann
24. Dezember, zur Christmette
Wo
Kathedrale La Seu (Palma), Kloster Lluc und viele Pfarrkirchen
Dauer
Gesang wenige Minuten, Messe rund 90 Minuten
Eintritt
kostenlos, Einlass begrenzt
Zielgruppe
Kulturinteressierte, Musikliebhaber, Winterreisende
Besonderheit
UNESCO-Weltkulturerbe, das nicht aufgeführt, sondern gefeiert wird
Terminregel
Fixdatum 24. Dezember, zur Missa del Gall.
Cant de la Sibil·la
Lage: Kathedrale La Seu (Palma), Kloster Lluc und viele Pfarrkirchen.

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Was ist der Cant de la Sibil·la?

Der Gesang geht auf ein lateinisches Weltgerichtsgedicht des Mittelalters zurück, das auf Mallorca in katalanischer Sprache überlebt hat. Nach dem Konzil von Trient wurde er im übrigen Spanien abgeschafft – auf Mallorca und in Alghero blieb er ununterbrochen in Gebrauch.

Gesungen wird solo und ohne Instrumente, unterbrochen nur von einem Orgelzwischenspiel. Das erhobene Schwert steht für das Gericht am Ende der Zeiten.

UNESCO-Status

2010 nahm die UNESCO den Cant de la Sibil·la in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf – eine der wenigen liturgischen Praktiken weltweit mit diesem Status. Ausschlaggebend war, dass der Gesang lebendige Praxis geblieben ist und nicht rekonstruiert wurde.

Wo kann man ihn erleben?

Am eindrucksvollsten ist die Kathedrale La Seu in Palma, wo die Christmette in voller Besetzung gefeiert wird und der Andrang entsprechend groß ist. Ruhiger, aber musikalisch herausragend ist das Kloster Lluc mit dem Knabenchor Blauets.

  • Kathedrale La Seu, Palma: größte Kulisse, sehr früher Einlass nötig
  • Kloster Lluc: Blauets-Chor, Bergkulisse, deutlich ruhiger
  • Pfarrkirchen in Sineu, Pollença, Sóller und vielen Dörfern: ohne Andrang

Praktische Hinweise

Die Christmette ist ein Gottesdienst, kein Konzert: Es gibt keine Tickets, Applaus ist unüblich, und wer nur den Gesang hören will, sollte trotzdem die ganze Messe bleiben. In La Seu ist der Einlass deutlich vor Beginn zu empfehlen, Sitzplätze sind begrenzt.

Tipps für den Besuch

  • Für La Seu weit vor Beginn da sein; die Kathedrale ist an Heiligabend schnell voll.
  • Warm anziehen: Der Innenraum der Kathedrale ist im Dezember kalt.
  • Wer den Andrang meiden will, wählt eine Dorfkirche – der Gesang ist derselbe Brauch.
  • Nicht fotografieren, während gesungen wird.

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Häufige Fragen

Wann findet der Cant de la Sibil·la statt?

In der Nacht des 24. Dezember zur Christmette, der Missa del Gall. Das Datum ist jedes Jahr gleich.

Wo hört man ihn am besten?

In der Kathedrale La Seu in Palma für die größte Kulisse, im Kloster Lluc für den Chor der Blauets und eine ruhigere Atmosphäre.

Braucht man Tickets oder eine Reservierung?

Nein, der Zutritt ist kostenlos. Die Plätze sind aber begrenzt, in La Seu sollte man deutlich vor Beginn da sein.

Warum ist der Gesang UNESCO-Kulturerbe?

Weil er als mittelalterliche liturgische Praxis auf Mallorca ununterbrochen lebendig geblieben ist. Die UNESCO nahm ihn 2010 in die Liste des immateriellen Kulturerbes auf.

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