
Kirchenfeste & Traditionen
Cossiers: Mallorcas Ritualtänze zwischen Kirche und Dorfplatz
Sechs Tänzer, eine Dame und ein Teufel: ein Ritual, das älter ist als die meisten Kirchen, in denen es getanzt wird.
Kurz beantwortet
Was ist Cossiers?
Cossiers sind mallorquinische Ritualtänzer, die zu wenigen festen Terminen im Jahr auftreten – meist am Patronatsfest ihres Dorfs und an Fronleichnam. Das Ensemble besteht traditionell aus sechs Tänzern in weißer Tracht mit bunten Bändern und Blumenhüten, einer Dama als Frauenfigur und einem Dimoni, dem Teufel. Aktive Gruppen gibt es unter anderem in Algaida, Montuïri, Manacor und Alaró.
Quick Facts
- Wann
- Mehrere Termine je Ort, u. a. Sant Bartomeu in Montuïri (24. August)
- Wo
- Algaida, Montuïri, Manacor, Alaró und Palma
- Dauer
- Auftritte von wenigen Minuten, über den Tag verteilt
- Eintritt
- kostenlos
- Zielgruppe
- Kulturinteressierte, Fotografen, Dorffestbesucher
- Besonderheit
- Vorchristliche Wurzeln in einem kirchlichen Rahmen
- Terminregel
- An die jeweiligen Patronatsfeste und Fronleichnam gebunden.
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Was sind die Cossiers?
Die Cossiers sind eine der ältesten erhaltenen Tanztraditionen der Balearen. Getanzt wird zu Xeremia – dem mallorquinischen Dudelsack – und Trommel, in festgelegten Figuren, die von Generation zu Generation weitergegeben werden.
Die Rollen sind fest: sechs Tänzer, die Dama in der Mitte und der Dimoni, der die Ordnung stört und am Ende unterliegt. Deutungen reichen von vorchristlichen Fruchtbarkeitsritualen bis zur christlichen Erzählung von Gut und Böse.
Wo tanzen die Cossiers?
Jede Gruppe gehört zu ihrem Ort und tanzt nur dort – die Termine hängen am jeweiligen Patronatsfest.
- Montuïri: Sant Bartomeu Ende August, die bekannteste Gruppe der Insel
- Algaida: Sant Jaume im Juli und Sant Honorat im Januar
- Manacor und Alaró: eigene Gruppen mit lokalen Terminen
- Palma: Auftritt im Zug von Corpus Christi
Warum die Tradition besonders ist
Cossiers werden nicht für Publikum aufgeführt, sondern als Teil des Fests getanzt. Es gibt keine Bühne, keinen Eintritt und keine Ansage: Die Gruppe zieht durch den Ort, tanzt vor der Kirche, vor dem Rathaus und vor bestimmten Häusern.
In mehreren Dörfern war die Tradition im 20. Jahrhundert unterbrochen und wurde aus Aufzeichnungen wiederbelebt – Montuïri ist eine der wenigen Gruppen mit durchgehender Linie.
Tipps für den Besuch
- Programm des jeweiligen Dorffests am Rathaus prüfen, die Auftritte sind kurz und über den Tag verteilt.
- Früh am Vormittag ist das Licht besser und der Platz vor der Kirche leerer.
- Nicht in den Kreis der Tänzer treten – der Dimoni hält die Fläche frei, das ist Teil des Rituals.
- Montuïri liegt zentral: gut mit einem Besuch in Sineu oder Petra zu verbinden.
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Häufige Fragen
Was sind die Cossiers?
Traditionelle mallorquinische Ritualtänzer: sechs Tänzer in weißer Tracht mit Blumenhüten, begleitet von einer Dama und einem Dimoni, dem Teufel.
Wo kann man Cossiers sehen?
Vor allem in Montuïri zu Sant Bartomeu, in Algaida zu Sant Jaume und Sant Honorat, außerdem in Manacor und Alaró sowie im Corpus-Christi-Zug in Palma.
Kostet der Besuch Eintritt?
Nein. Die Cossiers tanzen im öffentlichen Raum als Teil des Dorffests.
Wie alt ist die Tradition?
Die Tänze sind seit dem 16. Jahrhundert dokumentiert; ihre Wurzeln werden teilweise auf vorchristliche Rituale zurückgeführt.
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